Warum nochmal „Ostumfahrung?“ Sie lebte indirekt durch die Variante „Volluntertunnelung“ auf. Denn diese würde eine mehrjährige provisorische Ostumfahrung notwendig machen.

Ostumfahrung steht in der Bevölkerung immer noch hoch im Kurs

In der Sitzung des Stadtrates am 22.11.17 sollte auch darüber befunden werden, welche Varianten für den Bahnausbau Bamberg von einem neutralen Gutachterbüro überprüft und bewertet werden sollen. Sechs mögliche Varianten standen zur Beschlussfassung an. Die von BBB-Stadtrat Norbert Tscherner favorisierte Volluntertunnelung der Stadt war bereits in einer Vorstudie des Planungsbüros Emch und Berger (> WeBZet-Bericht v. 28.11.17) vernichtend beurteilt worden. Diesem Urteil hatten sich ohne lange Debatte – zunächst – auch die Sprecher von CSU und SPD angeschlossen: Klaus Stieringer (SPD) »Es war richtig, das zu prüfen, denn es hatte Charme. Aber nun zeigt sich, dass diese Lösung völlig unrealistisch ist«“.
Dennoch sollte die Tscherner-Variante weiter in den Katalog der abschließend vom verkehrswissenschaftlichen Institut Stuttgart (VWI) zu prüfenden Varianten aufgenommen werden. Was dabei vielleicht übersehen wurde: Weil die Variante Volluntertunnelung nicht unter „rollendem Rad“ gebaut werden kann, wäre eine mehrjährige provisorische Ostumfahrung notwendig.
Daraufhin stellte der Fraktionsvorsitzende der Bamberger Allianz, Dieter Weinsheimer, die Frage: Warum soll ausgerechnet die eingehauste Ostumfahrung nicht geprüft werden, wenn unter den sieben übrigen Trassenvorschlägen auch die Variante Volluntertunnelung dabei ist - samt der aus Gutachtersicht damit verbundenen provisorischen Ostumfahrung? Zudem in weiten Teilen der Bevölkerung diese umstrittene Variante immer noch hoch im Kurs stehe.

Der Gutachter soll Vor- und Nachteile einer Ostumfahrung aufzeigen

Weinsheimer stellte den Ergänzungsantrag, doch auch „die gutachterliche Prüfung einer „eingehausten, zweigleisigen Ostumfahrung für durchfahrende Züge“ zuzulassen. Er tat das ohne inhaltliche Bewertung dieser Variante, denn das Ziel müsse sein „anhand der gutachterlichen Darlegung die Vor- und Nachteile einer Ostumfahrung aufzuzeigen". Weinsheimer betonte: "ohne Prüfung könne es zu einer Legendenbildung über die nicht bewertete Untervariante kommen“, weil diese als einzige ausgeschlossen worden ist.
Nach einigen turbulenten Minuten einigten sich unter Vermittlung von OB Starke Heinz Kuntke (SPD) und Weinsheimer (BA) darauf, den Ergänzungsantrag drei Wochen später in einer 2. Lesung nochmals aufzurufen. Das ist heute Nachmittag.
Dass es auch für eine „eingehauste, zweigleisige Ostumfahrung für durchfahrende Züge mit oder ohne Westanbindung“ Vor- und Nachteile gibt, darin sind sich eigentlich alle Akteure einig. In dem heutigen Ergänzungsantrag geht es aber ausschließlich darum, ob die genannte Variante ebenso wie die anderen auch von dem unabhängigen Gutachterbüro VWI geprüft und bewertet werden soll.
Was so einfach klingt, wird wahrscheinlich doch zu einer Kampfabstimmung führen.
13.12.17 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“.