Einigkeit in weiten Bereichen. Bei der Berücksichtigung einzelner Bürgerwünsche tut man sich schwer. Eine größere Nein-Stimmenzahl gab es nur beim Standort des S-Bahn-Haltepunktes Gereuth.

Soll die Zollnerunterführung für Autos gesperrt werden?

In der Stadtratssitzung am 26.06.2019 hatte die Verwaltung eine umfangreiche Vorlage schriftlich und mündlich eingebracht. Wesentlich ging es um die „Verlangen“ der Stadt bezüglich der eisenbahnkreuzenden Infrastruktur, heißt Unter- und Überführungen. Grundsätzlich umstritten waren die Unterführungen Zollner- und Moosstraße. Die GAL- Fraktion plädierte dafür, beide Unterführungen in Zukunft für den Autoverkehr zu sperren. GAL-Sprecher Wolfgang Grader argumentierte: »Eine Jahrhundertentscheidung wie der Bahnausbau wirft die Frage auf, wie wir in Zukunft leben werden, wie wir leben wollen. Das heißt aus unserer Sicht mit weniger motorisierten Individualverkehr.«
Seitens der Verwaltung und der anderen Fraktionen wurde geltend gemacht, dass täglich durch die Zollnerunterführung über 500 Busse des öffentlichen Personennahverkehrs fahren. Die 18 000 Autos die derzeit am Tag vom Bamberger Osten in die Innenstadt rollen, würden sich dann auch einen anderen Weg suchen: Da blieben eigentlich nur noch die Pfisterbrücke und die Memmelsdorfer Straße. Zudem wolle man nicht, dass Bamberg-Ost „abgehängt“ werde. Bei den diversen Abstimmungen blieben die Grünen mit ihrer Forderung allein.

»Diese Baustelle wird das Leben in der Stadt nachhaltig verändern«

Ein weiterer, kontrovers diskutierter Punkt war der Standort und die Zuwege-Führung bei dem beabsichtigten S-Bahn-Halt Süd (Gereuth). Besonders bei dem von der Zuweg-Führung betroffenen Kinderspielplatz verlangten die Fraktionen von BBB, SPD und Bamberger Allianz entweder eine Verlagerung des Platzes oder eine neue Planung. Ein entsprechender Beschluss wurde schließlich auch gefasst.
In die Debatte stiegen die Fraktionen wie üblich mit Grundsatzbekenntnissen ein. Dr. Helmut Müller hob hervor, dass die CSU von Anfang an für den oberirdischen Bahnausbau auf der Bestandstrasse gewesen sei. Seine Fraktion sei auch jetzt gewillt, im Wesentlichen den Vorschlägen der Verwaltung bzw. der Bahn zu folgen. »Diese acht bis neun Jahre dauernde Baustelle wird das Leben in der Stadt nachhaltig verändern«, resümierte SPD-Sprecher Klaus Stieringer. Aber auch die SPD stehe zu der jetzt getroffenen Ausbauvariante.
Wolfgang Grader (GAL) verlangte, »sich von alten Vorstellungen zu lösen«. So müssten die Rad- und Gehwege in den Unterführungen zwei Meter breit sein. Grundsätzlich solle die Maßgabe gelte, die Wegführungen barrierefrei zu gestalten (mehr als in den Verwaltungsvorschlägen ohnehin vorgesehen).
Mit »zwei Halbsätzen« erinnerte Dieter Weinsheimer (BA) daran, dass sich seine Fraktion für eine Überprüfung der „Ostumfahrung“ und nach dieser Ablehnung für den Bau einer Tunnellösung eingesetzt habe. Jetzt wolle man allerdings konstruktiv bei der beschlossenen Bestandstrasse mitarbeiten. Die Fraktion Bamberger Allianz stimmte später zusammen mit der Tscherner-Fraktion gegen den ausgewählten Standort für einen S-Bahn-Halt Süd – die BA-Fraktion sprach sich für einen Standort jenseits der Forchhemer Straße auf Höhe der Basketball-Halle aus.
Norbert Tscherner (BBB) bemerkte in seinem Redebeitrag: »Die Bürger wachen immer erst auf, wenn die Bagger vor ihrer Haustür stehen …«
30.6.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.

Kommentare   
+2 # supi 2019-07-01 14:28
Bamberg-Ost nicht „abhängen“

bamberg-ost ist längst abgehängt, und bestenfalls noch ein stadtteil zweiter klasse
Antworten | Dem Administrator melden
+2 # Baba Yaga 2019-07-02 08:58
Wobei das insbesondere am motorisierten Individualverkehr dort liegt. Das macht das Viertel seelenlos und in Teilen menscheninkompatibel.

Deshalb verstehe ich das Geeiere der Fraktionen nicht. Im Grunde hängen sie doch nur noch an rückständigen Mentalitäten, eine Verkehrswende ist ihnen wohl einfach nicht geheuer. Mit "abgehängt werden" hat das doch nichts zu tun, im Gegenteil.
Antworten | Dem Administrator melden
+10 # Max 2019-07-03 05:50
Ist die Moosstraße dicht, werden Geisfelder Straße und Pfisterbrücke noch mehr in Anspruch genommen, genau wie der Berliner Ring, an dem sich jetzt schon mehrmals täglich alles staut. Die Moosstraße ist der direkte Weg der Kinder aus Bbg Ost zu ihrer Sprengelschule in der Wunderburg. Sie müssten täglich Umwege in Kauf nehmen, genau wie die Wunderburger selbst, wenn sie auf die Autobahn möchten. Ein lapidares "Dann sollen sie halt das Rad nehmen" löst diese Probleme nicht.
Während der Stadtrat überlegt, wie er dem motorisierten Individualverkehr bekommt, baut Brose seinen Flugplatz aus um noch häufiger vermeintlich besonders wichtige Individuen über Bamberg hinweg fliegen lassen zu können, bald auch noch in besonders lauten Helikoptern. Die Zeche für die Zeitersparnis dieser Herren werden wir Bamberger bezahlen.
Antworten | Dem Administrator melden
-4 # Bamberger 2019-07-04 16:24
"Die Moosstraße ist der direkte Weg der Kinder aus Bbg Ost zu ihrer Sprengelschule in der Wunderburg."

Ist doch super! Endlich eine Möglichkeit diese unsäglichen Elterntaxis unattraktiver zu machen. Es gibt immernoch den Stadtbus!
Antworten | Dem Administrator melden
Kommentar schreiben

 

 

Bamberchä Deutsch

 

Redensarten und Redeweisen

B 25
Bälds: Pelz
Eä ko a eländä Bälds sai. Er kann ein elender Pelz sein.
Weä sainän Körbä woolbäwoäd, dreechd sainän Bälds bis Himmlfoäd. Wer seinen Körper wohlbewahrt, trägt seinen Pelz bis Himmelfahrt.

-
Bäldsä: Faulenzer.
Bäldsä hom mä scho gänuch. Faulenzer haben wir schon genug.

-
bäldsäd, bälsi, bälsich: pelzig, ohne Gespür.
Deä Räddich is bälsäd. Der Rettich ist 
Däs is dä a bälsädä Hund, a bälsädä! Das ist vielleicht ein dickfelliger Hund.
Mai Füüss sän gands bälsich. Meine Füße sind ganz pelzig (gefühllos).

-
bäldsäna Bäldskabbm: pelzerne Pelzkappe, unnötige Wiederholung.
Däs is doch a bäldsäna Bäldskabbm, wosd doo redsd! Das ist doch ein unnötiges Wiederholen, was du da redest. 

-

Bälds|goschn: Pelzgoschen. hartnäckiges Mundwerk.
Hald dai Bäldsgoschn! Halt dein ... Mundwerk.

Forts.

Weiterlesen ...

Die WeBZet hat keine Mitglieder. Die Anzeige ist systembedingt. 7/19-672- 240 Insgesamt 1407682

Aktuell sind 580 Gäste und keine Mitglieder online

Kubik-Rubik Joomla! Extensions

Copyright © 2015.