Der Rat der Ahnungslosen?

Kein Tag ohne Mitteilung zum Superskandal. Aber es besteht Gefahr, dass sich der Bamberger Stadtrat vorführen lässt. Dabei gibt es viele Informationen - z.B. vom Bayerischen Rundfunk BR24. 

Wollte Starke zeigen, wer hier der starke Mann ist?

Die Webzet-blog hat mittlerweile viel berichtet über den Finanz- und Personalskandal im Bamberger Rathaus. Aber die Hinweise und Mitteilungen hören nicht auf. Wichtig dabei ist natürlich, dass die Informationen verlässlich sind und in akzeptabler Weise bestätigt werden können. Die Webzet hat schon in früheren Jahren immer wieder Andeutungen über die besondere Personalpolitik der Stadt gehört, konnte aber nie justiziable Unterlagen dazu erhalten. Jetzt ist es anders.
Der offizielle Bericht des Bayer. Kommunalen Prüfungsverbandes ist wohl mehreren Stellen zugespielt worden. Nachdem die Absicht bekannt geworden ist, dass zumindest die Mehrheit im Bamberger Stadtrat dem Ansinnen des Oberbürgermeisters folgen möchte und den Prüfbericht entweder überhaupt nicht oder nur mit geschwärzten Stellen herausgeben will, sickern weitere Informationen durch. So zum Beispiel, dass nicht alle Referenten bzw. ihr Personal von den Segnungen unrechtmäßiger Zahlungen betroffen sind. Das sollen der ehem. Ordnungsreferent Ralph Haupt und der ehem. Kulturreferent Dr. Christian Lange (CSU) gewesen sein. Überhaupt sollen die betroffenen Stadtbediensteten bekannt sein und die “Sorge” um Datenschutz - bzw. die Schwärzungen im Prüfbericht - nur taktische Maßnahmen. So sei es auch wichtig zu wissen, dass die Daten über Rücknahme der unzulässigen Sonderleistungen und ausgleichenden Beförderungen oder leistungslosen 450€-Jobs auffällig miteinander harmonisierten. OB Starke soll hier mit entsprechenden Eilverfügungen gezeigt haben, wer hier der starke Mann ist.

Fast ausschließlich Mitarbeiter des Finanzreferenten und des OB

Als eine seriöse Quelle für aufklärende Informationen über den Finanz- und Personalskandal kann die Berichterstattung der schreibenden Abteilung des Bayerischen Rundfunks (BR24) betrachtet werden. So steht in einem Artikel vom 16.01.21, 16:36 Uhr, zu lesen, dass OB Andreas Starke Mitarbeiter mit Verträgen ausgestattet haben soll, deren zuvor gestrichene Pauschalen nicht durch eine Höhergruppierung des Beschäftigten aufgefangen werden konnten. “Derlei Höhergruppierungen gab es im Bamberger Rathaus infolge des Finanzskandals viele”, heißt es. Die Redaktion von BR24 lässt dabei klar erkennen, “dass ihr ein Dokument vom Juli 2020 vorliegt, aus dem hervorgeht, dass einige zuvor mit Boni versorgte Mitarbeiter mithilfe von Eilverfügungen des Oberbürgermeisters mehr als ein Jahr rückwirkend höhergruppiert wurden. Unter anderem soll eine persönliche Assistentin in die Entgeltgruppe 14 aufgestiegen sein, die zuvor noch auf unzulässige Weise Zulagen in Höhe 1.100 € pro Monat erhalten hatte. Ihre Stelle war noch wenige Jahre zuvor der Entgeltgruppe 10 zugeschrieben worden.”
Überhaupt handle es sich “bei den Beschäftigten, die in den Genuss der Boni kamen, fast ausschließlich um Mitarbeiter, die dem Finanzreferenten Bertram Felix oder Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) direkt unterstellt sind”.
“Als Mitglied des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Bayern ist die Stadt Bamberg zur Einhaltung der Tarife verpflichtet. Die Staatsanwaltschaft Hof ermittelt gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Untreue.”
Nur schwer vorstellbar, wie ahnungslos die Mehrheit dieses Bamberger Stadtrats sein kann bzw. will!
21.1.21 Bilder: webzet. Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.