BROSE

Städte im (unguten?) Wettbewerb

Der Automobilzulieferer Brose will seinen Firmensitzes in Coburg vergrößern. Noch lehnt die Stadt den gewünschten Straßenausbau ab. Bamberg kommt als Alternative immer mehr ins Spiel.

Die Kosten sollen etwa 26 Mio € betragen

Rund 130 Millionen Euro will Brose in den nächsten Jahren in Coburg investieren. Dafür soll die Bundesstraße 4 im Stadtgebiet vierspurig ausgebaut werden. Der Coburger Stadtrat hat diesen Ausbau bisher mit einer großen Mehrheit abgelehnt. Und auch jetzt zeichnet sich - noch? - nicht ab, dass diese Forderung erfüllt wird.
Besonders die Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen im Coburger Stadtrat ist dagegen. Die Fraktion bevorzuge den wesentlich kürzeren Weg zum Firmengelände im Süden der Stadt. Die Straßenführung könne man ausbauen und ertüchtigen. Der von Brose angedachte Anfahrtsweg über die ausgebaute B4 zum Firmengelände bedeute pro Fahrt einen Umweg von sechs Kilometern, lautet die Kernaussage der grünen Fraktion.
Zudem seien die Kosten von etwa 26 Mio € zu hoch und der Ausbau könnte auf Kosten der Bahnverbindung gehen. Auch der Lärm für die Anwohner würde zunehmen.

Stadt Bamberg voll in der Planung

Brose hat den Druck indes weiter erhöht und unter anderem eine mögliche Verlagerung des Firmensitzes nach Bamberg ins Spiel gebracht. Laut Brose hätten die Stadt und der Stadtrat in Bamberg bereits die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass das Unternehmen auf einem bereits erworbenen Grundstück zeitnah mit Baumaßnahmen beginnen könne. Im Fränkischer Tag v. 11.2.21 wird dazu Bambergs Wirtschaftsreferent Stefan Goller genannt: Die Stadtverwaltung sei dabei, im laufenden Austausch mit der Fa. Brose den zweiten Bauabschnitt planungsrechtlich auszuweisen und durch notwendige Infrastruktur- Maßnahmen zu begleiten.
Bereits 2012 hatte der Bamberger Stadtrat der Fa. Brose die Option zum Erwerb weiterer Grundstücksflächen gegeben. Die Stadt Bamberg unterstützte damals das Vorhaben des Automobilzulieferers mit städt. Leistungen in Höhe von 11,5 Mio €. Die Absichten der Firma (z.B. die Übernahme des Sonderflugplatzes durch die Stadtwerke und seine privilegierte Nutzung durch Brose) waren teilweise sehr umstritten. Insbesondere die damalige grüne Fraktion (GAL) stellte sich mit teilweise entschiedener Kritik gegen die Pläne von Brose.
Im Bausenat des Stadtrates wurden bereits im September 2020 die neuen Pläne der Firma, Bauabschnitt 2 bis 5, diskutiert – und schließlich einstimmig beschlossen. Die Erweiterung von Brose soll wieder mit einem Bündel von der Stadt finanzierter Maßnahmen unterstützt werden. Das wäre der Neubau der Einmündung der Zeppelinstraße in den Berliner Ring, um die erwartete Verkehrsbelastung zu bewältigen. Über eine Stichstraße, die von der Memmelsdorfer Straße abzweigt, sollen die neuen Firmengebäude im Norden erschlossen werden. Die dort stehende Tennishalle würde dafür abgebrochen. Die Erweiterung des Firmengeländes soll rd. sechs Mio. € kosten. Einen Teil davon will Brose übernehmen.
Widerstand gegen die Pläne hat sich bisher nur beim BUND Naturschutz Bamberg geregt (vgl.webzet v.19.11.20) Kritisiert wird vor allem der Flächenverbrauch durch ebenerdig angeordnete Autoparkplätze.
Nachdem bis zur Neuwahl 2020 die frühere GAL-Fraktion stramm an der Seite des Bund Naturschutz stand, wird sich jetzt zeigen, wie sich die Fraktion Grünes Bamberg verhält.
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