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Querelen um den Faschingsumzug

Erstmals seit 2020 soll es wieder einen Faschingsumzug durch die Bamberger Innenstadt geben. Die Vorbereitungen laufen. Doch der Streit um die Zuschüsse an das Stadtmarketing könnte den Gaudizug noch gefährden.

Scheitert der Umzug an 7000 Euro?

Nach zwei coronabedingten Ausfällen soll der Umzug am 21. Februar wieder stattfinden. Motto: „Bamberg außer Rand und Band – Europa fest in Narrenhand!“ Bis zum 21. Januar konnten sich Vereine, Firmen und sonstige Darsteller mit ihrem Aufgebot beim Stadtmarketing anmelden.
Wie zu hören ist, gebe es schon zahlreiche Anmeldungen und könnte wieder 30 bis 50 Wagen wie in den Jahren vor Corona. Voraussetzung für das Spektakel sei aber, dass die Stadt die etwa 7000 € Kosten übernimmt. Das Stadtmarketing werde den Faschingsumzug nur “im Auftrag” der Stadt ausrichten. Das Team an der Königstraße sei lediglich Dienstleister. Deshalb brauche es Geld von der Stadt, vor allem für Genehmigung, Absperrung, Sicherheit, etc.
Der tiefere Grund ist allerdings der noch immer schwelende Streit um die Zuschüsse von jährlich 70.000 € an das Stadtmarketing. Im Herbst beschloss der Stadtrat, die Gelder nur dann auszuzahlen, wenn der Geschäftsführer Stieringer Konsequenzen aus seinem Verhalten in der sog. Fakeaccount-Affäre zieht. Bekanntlich verhedderte sich Stieringer in der Affäre um falsche Facebook-Profile. Mutmaßlich von ihm selbst erstellte Fb-Profile hatten politische Gegner diffamiert. Er weigerte sich, die Vorwürfe aufzuklären; andererseits gab es im Zuge der Affäre merkwürdige Attacken z.Bsp auch gegen die Berichterstattung der WebZ.
Ergo: Das Spektakel ist nicht in trockenen Tüchern, solange es keine Einigung zwischen Rathaus und Stadtmarketing gibt.

Ist Stadtmarketing Dienstleister der Stadt?

Ein Ergebnis aus den bereits lang andauernden Querelen ist die auch von OB Starke vertretene Position, dass Geld vom Steuerzahler künftig nur noch für einzelne von dem Verein veranstaltete Events geben soll, z.Bsp. die Projekte Jazzfestival oder Bamberg zaubert. Grundsätzlich will die Stadt die bisherige pauschale Bezuschussung des Stadtmarketings auf eine projektbezogene Förderung umstellen.
Natürlich ist die Stadt daran interessiert, dass der Faschingsumzug in bewährter Form über die Bühne geht. Veranstalter soll und kann auch weiterhin Stadtmarketing sein.
Erschwerend soll bei der Konfliktlösung die irritierende Aussage von Stieringer wirken, dass Stadtmarketing “lediglich Dienstleister” im Auftrag der Stadt sei. Diese Interpretation des Zusammenwirkens wird von der Stadt kurz und bündig mit einem Nein beantwortet: Die Stadt habe weder aktuell noch in der Vergangenheit einen förmlichen Dienstleistungsauftrag gegeben.

Allerdings ist es wie bei vielen ähnlichen Veranstaltungen von Bürger- und Sportvereinen üblich, dass Gebühren für Genehmigung, Absperrung, Sicherheit, etc. zwar von der Stadt berechnet, oft aber auf Antrag wieder zurückbezahlt werden. Das hat aber nichts mit der großen - umstrittenen - Förderung zu tun. Die Fragen „Dienstleister“ und “im Auftrag” sollten deshalb umgehend geklärt werden. In der Vollsitzung des Stadtrates am kom. Mittwoch steht der Punkt
“Stadtmarketing Bamberg e. V.” zwar auf der Tagesordnung. Zu lesen ist aber nichts - es wird auf eine ”Tischvorlage” zum Zeitpunkt der Vorstellung verwiesen.

Geschrieben: -mdw; vBilder v. webzet (Titelbild ist Symbolfoto); 

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Bergradfahrer
Es hängt an 7000€? Im Ernst?
Wow, diese Stadtmarketing ist ein echter Scheinriese. Bläht sich auf wie ein Kugelfisch. Ist am Ende aber nur eine Art Soufflé, fällt beim geringsten Windhauch in sich zusammen.
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Bewertungsbilanz 28.01.23: +9 / 2-

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Bambergerin
@WebZet: Die Tischvorlage ist online: https://www.stadt.bamberg.de/buergerinformationssystem/___tmp/tmp/4508103666657822/66657822/00248566/66.pdf
Allerdings findet hier der Faschingsumzug keinerlei Erwähnung. Scheint also dann doch wieder nur heiße Stieringer-Luft gewesen zu sein, oder es wird dann der "Tucher-Faschingszug" cool

WebZ: Danke!
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Bewertungsbilanz 27.01.23: +3 / 0-

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gablmann
Wenn ich mir die Tischvorlage so ansehe, kann man echt allerhand projektbezogene Zuschüsse streichen. Unternehmerfrühstück und Business-Lounge zuerst.
Warum die City Schecks mit 10.000 € bezuschusst werden soll ist irre. Damit verdient der Verein doch Geld. Ein Wort zum Dienstleister: Das ist er sehr wohl. Beispiel gefällig? Straßenmusikanten müssen sich beim St.Marketing die Genehmigung holen.
35000,-- reichen locker!
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Bewertungsbilanz 27.01.23: +4 / 1-

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